Von der Hamburger Reeperbahn ins Atelier von Fransik

Hier schreibt wieder deine dessousverliebte Praktikantin! Ich habe dir die letzten Male von meinem Mode Design Studium in Hamburg erzählt. Aber lass uns nochmal von ganz vorne anfangen:

Was verschlägt den Hamburger Fischkopp ins tiefste Niederbayern? Und warum ziehe ich für 6 Monate meines Lebens das verschlafene Städtchen Landshut der aufregenden Großstadt mit berüchtigter Reeperbahn vor?

Das Ganze fing so an: Ich wollte für mein Praxissemester unbedingt in die Welt der Wäsche und Dessous eintauchen und recherchierte wie wild nach Unterwäscheunternehmen in Deutschland und Europa.

Warum unbedingt Unterwäsche?

Das Thema Unterwäsche begeistert mich schon lange. Schaut euch einmal die Fotokampagnen von La Perla oder L´Agent Provocateur an, da kann man nur ins Schwärmen kommen! Die Feinheit der Stoffe, die Zartheit der Silhouetten und die pure Provokation durch das Wechselspiel von Nacktheit und zarter Bedeckung….es ist viel was man an Unterwäsche schön finden kann. Ich hatte die Gelegenheit einen Wahlkurs bei meiner Uni zu belegen und dieser fiel auf Unterwäsche! Bei dem 1 wöchigen Workshop landete ich schon damals in Bayern. Genauer gesagt München. (Wenn ihr mich fragt hat München unterirdisch wenige Stoffläden, nur Karstadt hat eine recht gute Auswahl) In München hatte ich eine sehr lehrreiche, interessante Woche und war, wie es sich gehört, auf einem Starkbierfest. Aber das ist eine andere Geschichte…

selbstgemachte Lingerie
Mein erste selbst genähtes Dessous, das mir sogar selbst passt!

Bei meinem Praktikum wollte ich wirklich was lernen, was mich interessiert und handwerklich arbeiten. In den meisten großen Mode Firmen die man so kennt ist es so, dass die Praktikanten eben wirklich nur Kaffe kochen oder den ganzen Tag Nähte auftrennen, oder wie ich auch von älteren Modestudenten erfahren habe 6 Monate lang Blumen aufsticken, wie bei Chanel. So wirklich lernt man dabei nichts. Alles was man davon hat ist der Name auf seinem Lebenslauf und vielleicht Schlafmangel vom ausbeutenden Alltag im Fashion Business. Man muss dazu sagen, dass es in der Modebranche üblich ist, dass die Praktikanten keinen Cent für ihre Anstrengungen sehen. Manchmal darf man sich aber aus der Kollektion ein Kleidungsstück als Vergütung aussuchen.

Zurück zu meiner Praktikumssuche: Über mehrere Monate habe ich also Bewerbungen geschrieben und viel telefoniert um an einen Praktikumsplatz zu gelangen. Am Ende verschickte ich 8 Bewerbungen, von denen teilweise keine Antwort kam bzw. ich nachhaken musste um mir gesagt zu bekommen, dass sie im Moment keine Praktikanten aufnehmen oder sie schon welche hätten. Eine Antwort kam auch erst als ich schon längst mein Praktikum angefangen hatte. Etwas chaotisch diese Modewelt…

Das ist das Anschreiben meiner Bewerbung für Fransik. Ich wollte es individualisieren und habe einen eigenen Briefbogen mit Blüten Applikationen erstellt.
Das ist das Anschreiben meiner Bewerbung für Fransik. Ich wollte es individualisieren und habe einen eigenen Briefbogen mit Blüten Applikationen erstellt.

Frustriert machte ich mich also daran alle Nummern anzurufen, die noch so auf meinem Zettelchen standen, aber wegen der großen Entfernung zu Hamburg nicht zu meinen 8 Bewerbungen gehörten. Nach ein paar anderen Absagen, ging also die sympathische Franziska, Inhaberin des Labels Fransik, ans Telefon. Sie war sofort begeistert von der Idee eine Praktikantin bei sich aufzunehmen, denn ich würde ihre erste Praktikantin sein!

Dann packte ich also meine sieben Sachen und machte mich auf den Weg nach Landshut. Ich wurde sehr herzlich von Franziska in ihrer Dachgeschosswohnung, welche gleichzeitig als Atelier dient, begrüßt.

Das nächste Mal geht es weiter mit meinen Aufgaben während des Praktikums und Insiderinfos aus unserem Atelier. Bis dann!

 

Aus dem Leben einer Studentin – oder Fransik Praktikantin…

Mein Name ist Belinda. Ich bin 20 Jahre alt und studiere Mode Design. Gerade befinde ich mich in meinem 5. Semester an der Akademie Mode & Design Hamburg. Das heißt ich leiste gerade den praktischen Teil meines Studiums ab: Ein 6-monatiges Pflichtpraktikum am anderen Ende von Deutschland bei Fransik Dessous et dessus.

Aber wie bin ich zu dem Studium Mode Design überhaupt gekommen?

Wie so manches Mädchen in jungen Jahre liebte ich es Prinzessinnen in wunderschönen Ballkleidern zu malen – um das Klischee zu vervollständigen – meine Lieblingsfarbe war natürlich Pink! Gefüttert durch das zeichnerische Talent meiner Mutter und meiner Oma bekam ich meine Liebe zum Zeichnen. Meine Lieblingsbücher als kleines Mädchen waren neben „Dornröschen“ Bücher über die Kunstepoche des Impressionismus und 80er Jahre Modezeichnungen, in die ich regelmäßig hinein kritzelte und die Bilder bestaunte. Daraus entwickelte sich, ob man es glaubt oder nicht, mit ungefähr 10 Jahren der Wunsch Mode Designerin zu werden. Nach einigen Irrungen und den Berufswünschen von Friseur bis Lehrerin bin ich während der Oberstufe durch das Projektfach Mode Design schließlich von meinen Irrwegen abgekommen.

 

Also entschied ich mich, direkt nach meinem Abitur 2014 an der amd in Hamburg zu studieren.

Ich hatte Glück! In meinen letzten Schuljahren durfte ich einen Mappenkurs besuchen. Weil ohne Mappe –  kein Modestudium. In meiner Mappe befanden sich einfache Stillleben in Bleistift gezeichnet. Personen, die ich in verschiedenen Positionen dargestellt habe, dann Aquarellzeichnungen von Kleidern und einer Modezeichnung. Ich hatte auch Bilder von meinen bisher genähten Sachen hinein gelegt. Das wichtigste ist, dass du mit deiner Mappe einen Charakter vermittelst und es keine 08/15 Mappe wird.

Nachdem ich meine Mappe verschickt hatte, wurde ich zur weiteren Bewerbungsphase an einem heißen Julitag eingeladen. Diese bestand aus einer Gruppen- und einer Einzelaufgabe. Bei der Einzelaufgabe mussten wir erst etwas abzeichnen und dann ein eigenes Design entwickeln. Bei der Gruppenaufgabe ging es um ein Märchen und wir sollten zeichnerisch darstellen wie die Märchenfigur gerettet werden kann. Nach einem kurzen und sehr netten Gespräch und Small Talk über die unausstehbare Hitze wurden mir gute Chancen versprochen. Und so kam es dann auch: Ich wurde zum Studium zugelassen und zog nach Hamburg. Moin Moin!

In den kommenden Blogs möchte ich noch mehr von meinem Modedesign Studium und meinem Praktikum bei Fransik erzählen. Außerdem beantworte ich gerne Fragen zu meinem Studium 🙂

Belinda
Ich in meinem Jackenmodell aus meinem Studium

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